Ein anderer Weg zur Traumfigur – lächerlich einfach

In dem ganzen Jungle aus Low-Fat, High-Carb, Low-Carb, Vegan, Vegetarisch, Frutarisch, Kohlsuppendiät, Schokoladendiät, Fruchtsaftfasten und ich weiß nicht, was noch allem, wird einem Weg zur „Traumfigur“ viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, wie ich finde. Ja er liegt da, wie ein zugewachsener Trampelpfad neben Autobahnen aus Diätempfehlungen. Daher möchte ich ihn hiermit mal wieder mit der Machete frei schlagen, aber nicht unerwähnt lassen, dass Metabolismus etwas höchst individuelles ist und daher keine Methode für jedermann funktionieren wird. Für mich, und ich denke für ein paar andere auch, ist es jedenfalls die Lebens- und Ernährungsweise, die nicht nur in der Theorie am meisten Sinn macht, sondern auch in der Praxis dazu führt, dass mein Körper genau so viel Masse hat, wie er haben sollte, damit ich mich wohl und gesund fühle.

Grundlage dieser Methode ist ein sich stetig erweiterndes Bewusstsein über die körperlichen Signale des eigenen Metabolismus. Klingt kompliziert, ist aber einfach.

Es gibt nicht nur Hunger und satt: Zwischen Hunger und satt liegen Welten. Hunger gibt es in diversen Facetten und die gilt es zu analysieren, um dem Körper eben das zu geben, was er gerade benötigt.

Man kann sich zum Beispiel fragen:

  • bin ich gerade eher durstig oder hungrig?
  • braucht mein Körper gerade ein größeres Volumen an Essen, um sich zu füllen, oder möglichst kompakte Kalorien?
  • Habe ich eher Appetit auf Fett, Zucker, Kohlenhydrate in Form von Getreide, Gemüse, Obst oder Proteine etc.? Oder eben eine Kombination aus allem?
  • Geht es mir gerade eher darum, etwas zu knabbern, um Stress abzubauen? (Auch das ist ok)
  • Brauche ich etwas salziges, wie Chips oder Suppen?
  • usw.

Oft weiß man es nicht genau. Es erfordert tatsächlich Übung und man kann sich darin immer weiter perfektionieren. Ebenso erfordert es natürlich Wissen über das, was in den einzelnen Lebensmitteln auch tatsächlich drin ist. Mit der Zeit lernt man Fett, Protein, Zucker, Säuren, Mineralstoffe etc. herauszuschmecken.

Ziel ist es natürlich, genau das zu treffen, was der Körper gerade braucht, denn dann hat man Ruhe und kann sich auf andere Dinge konzentrieren und außerdem hat man maximalen Genuss beim Essen.

Wenn man es nicht genau getroffen hat, ist das auch überhaupt nicht schlimm: Im Gegenteil. Man kann jetzt genau erleben, was das mit dem eigenen Körper macht und im besten Fall aus den Fehlern lernen.

Mir passiert das zum Beispiel leicht am Morgen, wo ich sehr empfindlich auf Zucker reagiere. Erwische ich zu viel, werde ich hippelig und kann das überhaupt nicht leiden. Das nächste Mal, erinnere ich mich daran, wenn ich es bewusst genug erlebt habe und schon ist mein Appetit auf Zucker geringer. Wenn ich mich den halben Tag nur von Keksen und Kuchen ernähre, steigt automatisch mein Wunsch nach Suppen oder Gemüse.

Ich spüre auch sehr intensiv meinen Bewegungsdrang. Brauche meinen täglichen Auslauf. Ich glaube, den ignorieren auch viele.

Und je nachdem, wie viel Bewegung der Körper abbekommen hat, oder wie viel er sonst leisten musste, esse ich auch durchaus mal Sachen wie Brot mit Butter und Schokonusscreme. Und zwar so viel, wie ich möchte, was aber meistens eh auf eine vernünftige Portion hinausläuft.

Was übrigens die konventionell industriell verarbeiteten Produkte angeht, stelle ich immer wieder fest, dass ich sie meide: die süßen sind in der Regel viel zu süß und die herzhaften viel zu salzig und insgesamt sind sie oft einfach nicht gut. Ich schmecke mittlerweile billige Fette, minderqualitative Zutaten generell und zugefügte Aromen heraus.

Wenn man nun einen ausgeprägten Mangel hat, sieht die Sache natürlich anders aus. Dann kann es sein, dass die Lust auf ein bestimmtes Lebensmittel tage-, wochen- und monatelang nicht nachlässt und man dem Körper daher mehr Kalorien zuführt, als er bräuchte, weil er eben einen anderen Inhaltsstoff gerade dringend benötigt, mag es Eisen sein oder ein Fett oder was auch immer. Diese Zeit muss man eben überstehen, bis der Mangel ausgeglichen ist. Vielleicht kann man mit Nahrungsergänzungsmitteln auch etwas nachhelfen.

Es gibt auch noch ein Phänomen, das nenne ich mal „Fetischlebensmittel„. Gemeint sind Lebensmittel, mit denen man ein großes Glücksgefühl verbindet, weil sie einem mal besonders gut geschmeckt haben, oder sie optisch toll aussehen oder eine ganz besondere Konsistenz haben. Wenn man sie aber isst, ist die Befriedigung nicht so groß wie erhofft. Manchmal isst man dann immer mehr davon, weil man hofft, doch noch die gewünschte Befriedigung zu erreichen. Oft sind es süße Dinge, wie Brownies oder Sahnetorte. Auch hier gilt: Bewusst essen und registrieren, das das Lebensmittel nicht so toll ist, wie es im Gehirn abgespeichert wurde. Vielleicht überlegen, wie man es abwandeln könnte, damit es besser wird.

Letzter Punkt (der eigentlich der erste sein sollte): Sich medizinisch abchecken lassen! Wenn man zu- oder abnimmt und es sich nicht erklären kann, sollte der erste Weg der zum Arzt sein. Fehlfunktionen und Krankheiten wie z.B. die der Schilddrüse müssen behoben werden, sonst kann das hier alles nicht funktionieren.

Mahlzeit!

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