Nach der Wegwerfgesellschaft der gepflegte Minimalismus – eine Tippliste

Es ist ein Wunsch, eine Hoffnung, dass es sich so entwickeln wird. Damit wir und die nach uns noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden. Hier also meine kleine Tippsammlung zum Leben mit weniger Konsum und Müll:

Weniger Fliegen wird oft empfohlen, als Umweltbewusstes Verhalten und weniger Autofahren, auch sinnvolles Heizen, aber Konsumreduktion selten. Von wem auch, wenn Politik und Wirtschaft auf Wirtschaftswachstum aus sind? Aber genau das muss in der Breite ankommen. Es ist Irrsinn, was in Zeiten des Klimawandels an Konsum betrieben und an Müll produziert wird. Und vieles wird als so völlig normal betrachtet. Viele vergessen: ein Produkt, egal welches, verbraucht genauso Energie wie Autofahren oder Fliegen. Es muss hergestellt und transportiert werden. Genau hier kann man aber auch noch so viel Irrsinn beseitigen durch simple Lösungen, die die Hersteller von z.B. Einmalprodukten aus dem Denken der Gesellschaft ausgelöscht zu haben scheint.

Klopapier: Ja, hier fängt das Ganze schon an. Man braucht nicht ständig Papier ins Klo werfen. Papier, das ist Zellstoff aus Bäumen und auch Recycling-Papier benötigt zur Herstellung viel Energie. Eine kleine Flasche mit Wasser neben der Toilette und ein Waschlappen zum Abtrocknen reicht mindestens für Pinkelgänge völlig aus und reinigt zudem viel gründlicher. Ein Aha-Effekt, wenn man Klopapier für alternativlos hielt.

Slipeinlagen, Binden, Tampons: Wir bleiben bei der Hygiene. Slipeinlagen und auch Binden müssen nicht aus Zellstoff und Plastik bestehen und weggeworfen werden. Aus Stoff sind sie angenehm zu tragen, wasch- und wiederverwendbar. Ich war auch skeptisch anfangs und schreibe diesen Eintrag erst nach einer langen Testphase. Es funktioniert gut! Auch Tampons habe ich schon länger durch einen Moon-Cup ersetzt, mit dem ich prima zurecht komme. Außerdem ein schönes Gefühl, keine Packungen Tampons mit in den Urlaub oder auf Reisen nehmen zu müssen, sondern einfach den kleinen Cup.

Stoffwindeln teste ich gerade noch. Feuchttücher braucht man jedenfalls schon mal nicht. 30 dünne einlagige Waschlappen und Wasser sind außerdem noch besser für die Babyhaut.

Seife: Wir bleiben im Badezimmer. Flüssigseife in der Plastikflasche? Warum? Es gibt schon seit Jahrhunderten diese praktischen, günstigeren, langlebigeren festen Seifen. Die machen auch genau so sauber! Ersetzen übrigens auch Duschgel und oft auch Shampoos. Spart eine Menge Produkte und Plastikmüll!

• Haare färben, graue Haare natürlich abdecken: Bei den ersten weißen Haaren dachte ich, jetzt müsste ich zur Chemie greifen, denn braune Naturhaarfarbe deckt keine weißen Haare ab. Aber es gibt einen einfachen Trick für dunkle Haare: Erst mit rotem (reinem) Henna färben, trocknen lassen und anschließend braune Pflanzenhaarfarbe verwenden. Das rote Henna haftet auch an den weißen Haaren und sorgt anschließend dafür, dass die braune Haarfarbe auch haften bleibt. Ich bin super glücklich damit. Keine stinkende Chemie mehr im Bad und auf der Kopfhaut. Und die Haare sind schön gepflegt.

• Wasser: Zum Glück schon weit verbreitet: Leitungswasser hat meistens eine sehr gute Qualität. Trinkwasser in Flaschen zu kaufen muss wirklich nicht sein.

• Plastiktüte: Die liebe Plastiktüte wird so langsam verbannt. Und das ist gut so! Zum Einkaufen nehmen viele bereits Leinentaschen mit. Und auch die dünnen Tüten für Obst und Gemüse kann man mittlerweile gut durch die angebotenen wiederverwendbaren Stoffnetze ersetzen. Das finde ich fast noch sinnvoller. Einkaufstüten ließen sich immer noch gut als Mülltüten recyceln, mit den dünnen Plastiktüten konnte man eher weniger anfangen. Die braucht es wirklich nicht. Es bleibt das Problem: Warum kaufen wir immer noch Rollen von Plastiktüten für den Müll? Dafür habe ich auch keine Lösung bisher. Außer dass man eben weniger Müll produzieren sollte, das spart dann auch Tüten. Dazu gehört auch, dass man beim Einkaufen darauf achten kann, dass Lebensmittel in möglichst wenig Verpackung gehüllt sind. Geschnittenes Obst in Plastikschachteln? Why? Ein ganzer Apfel und eine Banane tun es doch auch… Die Banane ist sogar von Natur aus verpackt. Viel besser als in Plastik. Und Kompost gehört eh in die Biotonne und nicht in den in Plastiktüte gehüllten Hausmüll.

Dinge aller Art: Egal ob Möbel oder Klamotten oder Haushaltsgeräte. So vieles lässt sich so einfach z.B. über ebay Kleinanzeigen besorgen. Oder über online Nachbarschaftsnetzwerke. Und was in vielen Großstädten auch betrieben wird: Der Treppenhausflohmarkt, wo jeder Hausbewohner Dinge ablegen kann und wer es braucht, nimmt es mit. Ein kleiner ständiger Basar z.B. auf dem Fensterbrett im Treppenhaus.

Handy: Nein, ich will es nicht ersetzen, aber länger haltbar machen. Ich weiß wovon ich spreche, ich lade mir immer viel zu schnell eine Spider-App runter. Soll heißen, ich zerstöre das Display. Es gibt aber Panzerfolie für fast alle Marken und Modelle. Die ist mit ein paar Euro nicht nur wesentlich billiger als ein neues Handy, sondern dürfte auch weniger Energie und Ressourcen in der Herstellung benötigen.

• Alte, kaputte Kleidung: Kleidung, die nicht mehr passt oder gefällt, fühlt sich in den altbewährten Altkleidersammlungen wohl. Kaputte Kleidung kommt bei mir in die Stoffreste-Kiste. Entweder einer nähaffinen Person vermachen oder selbst zu Nadel und Faden greifen.

Soweit die erste kleine Sammlung, der erprobten Mittel.

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